LPS-, SPS- oder Weichkorallen: Ratgeber für die Auswahl der ersten Korallen

2026-09-18 14:10:00

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LPS-, SPS- oder Weichkorallen: Ratgeber für die Auswahl der ersten Korallen

LPS-, SPS- oder Weichkorallen: Ratgeber für die Auswahl der ersten Korallen

Wer mit einem Riffaquarium beginnt, steht bei der Auswahl der ersten Korallen häufig vor vielen Fragen. Weichkorallen, LPS- und SPS-Korallen: Diese drei großen Kategorien werden in der Meerwasseraquaristik häufig verwendet, um Korallen mit unterschiedlichen Strukturen und Ansprüchen voneinander zu unterscheiden.

Einige sind relativ tolerant und eignen sich gut für ein erstes Riffaquarium, während andere eine höhere Stabilität der Wasserwerte, eine geeignete Beleuchtung oder eine stärkere Strömung benötigen.

Worin unterscheiden sich Weichkorallen, LPS- und SPS-Korallen? Welche Korallen eignen sich für Anfänger? Vor der Auswahl der ersten Exemplare ist es wichtig, ihre grundlegenden Bedürfnisse zu kennen, um Korallen auszuwählen, die zum Aquarium und zum jeweiligen Erfahrungsstand passen.

Was ist der Unterschied zwischen Weichkorallen, LPS- und SPS-Korallen?

Die Bezeichnungen Weichkorallen, LPS- und SPS-Korallen sind in der Meerwasseraquaristik weit verbreitet. Sie ermöglichen eine einfache Unterscheidung verschiedener Korallentypen anhand ihrer Struktur und, bei Steinkorallen, anhand der Größe ihrer Polypen.

Weichkorallen besitzen nicht das feste Kalkskelett, das für Steinkorallen charakteristisch ist. Einige, wie Sarcophyton und Sinularia, verfügen jedoch über kleine kalkhaltige Strukturelemente im Gewebe, sogenannte Sklerite, die zur Stabilisierung ihres Gewebes beitragen.

LPS-Korallen, kurz für Large Polyp Stony, sind Steinkorallen mit einem Kalkskelett und meist großen, fleischigen Polypen. Euphyllia, Catalaphyllia und Trachyphyllia gehören zu den bekanntesten Beispielen im Riffaquarium.

SPS-Korallen, kurz für Small Polyp Stony, sind ebenfalls Steinkorallen, besitzen jedoch kleine Polypen und bilden häufig verzweigte, krustenförmige oder massive Kalkkolonien. Die Gattungen Acropora, Montipora und Seriatopora zählen zu den bekanntesten.

Diese Kategorien sind für Aquarianer praktisch, stellen für sich allein jedoch keine vollständige wissenschaftliche Klassifikation dar. Auch innerhalb derselben Gruppe können sich die Ansprüche einzelner Arten erheblich unterscheiden.

Sind Weichkorallen für Anfänger geeignet?

Weichkorallen werden häufig für den Einstieg in die Meerwasseraquaristik empfohlen. Viele von ihnen tolerieren bestimmte Schwankungen der Umweltbedingungen besser als anspruchsvollere Steinkorallen.

Sie bilden kein massives Skelett aus Calciumcarbonat wie LPS- und SPS-Korallen. Ihre Haltung führt daher nicht zum gleichen Verbrauch von Calcium und Alkalinität durch die Kalkbildung.

Sarcophyton und Sinularia

Die Gattungen Sarcophyton und Sinularia umfassen einige der bekanntesten Weichkorallen in der Meerwasseraquaristik.

Sarcophyton, häufig als Lederkorallen bezeichnet, besitzen meist einen kräftigen Stamm mit einem oberen Bereich, der von zahlreichen kleinen Polypen bedeckt ist. Einige Arten können relativ groß werden und benötigen daher ausreichend Platz für ihr Wachstum.

Sinularia können unterschiedliche, teilweise verzweigte Wuchsformen entwickeln. Wie bei anderen Korallen hängen die genauen Ansprüche an Beleuchtung und Strömung von der jeweiligen Art und den Bedingungen ab, unter denen sie zuvor gehalten wurden.

Discosoma und Ricordea

Discosoma und Ricordea gehören zu den Corallimorpharia und werden im aquaristischen Sprachgebrauch häufig zusammen mit Weichkorallen genannt, obwohl sie einer anderen zoologischen Gruppe angehören.

Sie werden wegen ihres fleischigen Gewebes und ihrer teilweise sehr intensiven Farben geschätzt. Einige Arten können sich unter geeigneten Bedingungen leicht vermehren.

Sie stellen häufig eine interessante Möglichkeit für ein Riffaquarium dar, sofern ihre spezifischen Ansprüche an Beleuchtung, Strömung und Standort berücksichtigt werden.

Und was ist mit Zoanthus?

Auch Zoanthus werden in der Aquaristik häufig den Weichkorallen zugeordnet. Sie bilden Kolonien aus zahlreichen Polypen und können nach und nach größere Bereiche von Gesteinsoberflächen besiedeln.

Aus wissenschaftlicher Sicht gehören Zoanthus jedoch zu den Zoantharia und sind keine Weichkorallen aus der Gruppe der Octocorallia wie Sarcophyton oder Sinularia.

Diese Unterscheidung ändert nichts an ihrer weiten Verbreitung in Riffaquarien, wo sie insbesondere wegen ihrer großen Farbenvielfalt geschätzt werden.

Was ist eine LPS-Koralle?

LPS-Korallen (Large Polyp Stony) sind Steinkorallen mit einem hauptsächlich aus Calciumcarbonat bestehenden Skelett und meist großen, fleischigen Polypen.

Zu den beliebten LPS-Korallen im Riffaquarium gehören insbesondere Euphyllia, Catalaphyllia und Trachyphyllia.

Ein großer Teil ihres Energiebedarfs wird durch die Photosynthese ihrer symbiotischen Algen gedeckt. Viele LPS-Korallen können außerdem mit ihren Tentakeln Nahrungspartikel und Zooplankton aufnehmen.

Das Wachstum ihres Skeletts führt zu einem Verbrauch von Calcium und Alkalinität (KH). Stabile Wasserwerte werden daher umso wichtiger, je mehr Steinkorallen im Aquarium wachsen und je stärker ihr Wachstum zunimmt.

Einige LPS-Korallen können nach den ersten Weichkorallen einen interessanten nächsten Schritt darstellen, sofern geeignete Arten ausgewählt und ausreichend stabile Wasserwerte gewährleistet werden.

Was ist eine SPS-Koralle?

SPS-Korallen (Small Polyp Stony) sind Steinkorallen, die durch kleine Polypen und ein Kalkskelett gekennzeichnet sind.

Acropora, Montipora und Seriatopora zählen zu den bekanntesten Gattungen im Riffaquarium. Je nach Art können ihre Kolonien verzweigte, plattenförmige, massive oder krustenförmige Wuchsformen entwickeln.

SPS-Korallen werden besonders wegen ihrer Formen und Farben geschätzt, viele Arten stellen jedoch höhere Ansprüche an die Haltung.

Sie benötigen in der Regel eine hohe Stabilität der Wasserwerte, insbesondere bei Alkalinität und Calcium. Auch Magnesium spielt eine wichtige Rolle für das chemische Gleichgewicht, das die Kalkbildung ermöglicht.

Viele SPS-Korallen bevorzugen außerdem eine relativ intensive Beleuchtung sowie eine kräftige und wechselnde Strömung. Die genauen Ansprüche unterscheiden sich jedoch je nach Art: Die Bezeichnung SPS bedeutet nicht, dass alle diese Korallen unter exakt der gleichen Lichtintensität oder in der gleichen Strömung platziert werden sollten.

Für ein erstes Riffaquarium ist es daher meist sinnvoll, zunächst Erfahrungen mit toleranteren Korallen zu sammeln, bevor besonders anspruchsvolle SPS-Korallen gepflegt werden.

Welche Beleuchtung eignet sich für die ersten Korallen?

Licht spielt für viele Riffkorallen mit photosynthetischen symbiotischen Algen eine entscheidende Rolle. Es gibt jedoch keine ideale Lichtintensität, die für alle Korallen gleichermaßen geeignet ist.

Einige Weichkorallen entwickeln sich unter moderater Beleuchtung gut, während viele SPS-Korallen eine höhere Lichtintensität benötigen. Die Ansprüche von LPS-Korallen liegen häufig dazwischen, hängen jedoch in erster Linie von der jeweiligen Art ab.

Auch der Standort der Koralle im Aquarium ist daher wichtig. Wassertiefe, Leistung der Beleuchtung, Riffaufbau und Schattenbereiche beeinflussen unmittelbar, wie viel Licht eine Koralle erhält.

Neu eingesetzte Korallen sollten außerdem nicht plötzlich einer deutlich höheren Lichtintensität ausgesetzt werden, als sie zuvor gewohnt waren. Eine schrittweise Anpassung des Standorts oder der Beleuchtungsintensität kann helfen, Stress zu reduzieren.

Welche Strömung benötigen Weichkorallen, LPS- und SPS-Korallen?

Die Strömung sorgt für die Wasserbewegung rund um die Korallen und unterstützt den Austausch mit ihrer Umgebung.

Auch hier unterscheiden sich die Ansprüche je nach Art. Viele Weichkorallen bevorzugen eine moderate Strömung, bei der sich ihre Polypen gut entfalten können.

LPS-Korallen mit besonders fleischigem Gewebe sollten sorgfältig platziert werden: Eine zu starke, direkt auf die Koralle gerichtete Strömung kann die vollständige Expansion verhindern oder das Gewebe beschädigen.

Viele SPS-Korallen bevorzugen dagegen eine stärkere Strömung. Eine wechselnde und multidirektionale Wasserbewegung ermöglicht es, dass das Wasser die verschiedenen Bereiche der Kolonie erreicht.

Die Strömung sollte daher an die vorhandenen Korallen angepasst werden, anstatt im gesamten Aquarium dieselben Bedingungen anzustreben.

Welche Wasserwerte sind für Korallen wichtig?

Unabhängig von der gewählten Korallengruppe bleibt die Stabilität des Aquariums entscheidend.

Temperatur, Salzgehalt und pH-Wert sollten in für ein Riffaquarium geeigneten Bereichen liegen und möglichst keinen starken Schwankungen unterliegen. Auch Nitrat und Phosphat sollten überwacht werden: Ihr Vorhandensein stellt nicht zwangsläufig ein Problem dar, ungeeignete Konzentrationen oder starke Schwankungen können jedoch das Gleichgewicht des Aquariums beeinträchtigen.

Bei LPS- und SPS-Korallen gewinnt die Kontrolle von Alkalinität (KH), Calcium und Magnesium zunehmend an Bedeutung. Diese Korallen nutzen unter anderem Calcium und Carbonate zum Aufbau ihres Skeletts.

Mit zunehmender Anzahl und zunehmendem Wachstum der Steinkorallen kann auch ihr Verbrauch deutlich steigen. Wasserwechsel können in einigen Riffaquarien mit wenigen Korallen ausreichend sein, während ein Aquarium mit vielen wachsenden Korallen eine regelmäßigere Kontrolle und Versorgung erfordern kann.

Welche Korallen eignen sich für Anfänger im Riffaquarium?

Bei der Auswahl der ersten Korallen sollten Arten bevorzugt werden, deren Ansprüche tatsächlich zum Reifegrad des Aquariums, zur vorhandenen Beleuchtung und zur Möglichkeit passen, stabile Wasserwerte aufrechtzuerhalten.

Einige Weichkorallen stellen aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Toleranz gegenüber Schwankungen der Umweltbedingungen häufig einen guten Einstieg dar. Auch Discosoma oder Ricordea aus der Gruppe der Corallimorpharia können je nach Bedingungen im Aquarium infrage kommen.

Sobald das Aquarium stabil läuft und seine Abläufe besser beherrscht werden, können einige LPS-Korallen einen schrittweisen Einstieg in die Anforderungen kalkbildender Korallen ermöglichen.

Die anspruchsvolleren SPS-Korallen eignen sich in der Regel besser für ein bereits gut etabliertes Riffaquarium, in dem Beleuchtung, Strömung und vor allem die Wasserwerte ausreichend stabil bleiben.

Es gibt daher nicht die eine „beste Koralle“ für Anfänger. Die richtige Wahl hängt in erster Linie vom Aquarium und seiner Stabilität ab. Das Verständnis der Unterschiede zwischen Weichkorallen, LPS- und SPS-Korallen ermöglicht es, geeignete Arten auszuwählen und schrittweise ein vielfältiges Riffaquarium aufzubauen.

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